Milben bei Hühnern erkennen und bekämpfen: Rote Vogelmilbe richtig finden

|Maria Leiskau
Milben bei Hühnern erkennen und bekämpfen: Rote Vogelmilbe richtig finden

Milben bei Hühnern erkennen und bekämpfen: Rote Vogelmilbe richtig finden

Milben gehören für mich zu diesen Dingen in der Hühnerhaltung, bei denen man sich wunderbar in falscher Sicherheit wiegen kann. Man nimmt ein Huhn hoch, schaut sorgfältig unter die Flügel, kontrolliert das Gefieder rund um die Kloake und findet kein einziges krabbelndes Tier. Also setzt man die Henne wieder ab und denkt, dass im Stall offensichtlich alles in Ordnung ist.

Genau das kann bei der roten Vogelmilbe allerdings ein ziemlich großer Irrtum sein.

Denn während du am helllichten Nachmittag dein Huhn untersuchst, kann sich eine komplette Milbenpopulation wenige Zentimeter entfernt in einer Ritze, unter der Sitzstange oder hinter dem Legenesthttps://images.openai.com/static-rsc-4/SzPpMDfgr1YWZnsb0tzPYYG9v4ZRy6QkyfcRGuBRi0LO5IyUYc-E3NxCUOwW6MkdUPNpQoKQqdDQEt2iKl0ZUt4lcsZpjY2aRJ0_nJ3sbM-t2OeqaLXV8rddmAt4GuKsbG8SuXGIV8JyE-SmxxrNbFIkOpj_ceNNvp8ZjaSZkcqkfrAhCQP0HL5X_M2nv65p?purpose=fullsize verstecken und darauf warten, dass die Hühner abends schlafen gehen.

Die rote Vogelmilbe lebt nämlich nicht dauerhaft auf dem Huhn. Sie kommt überwiegend nachts aus ihren Verstecken, saugt Blut und zieht sich anschließend wieder in den Stall zurück. Deshalb gehört bei Verdacht auf rote Vogelmilben nicht nur das Huhn kontrolliert, sondern vor allem seine Umgebung.

Und genau das ist der Punkt, an dem viele einen Befall viel zu spät bemerken.

Nicht jede Milbe verhält sich gleich

Bevor man über Behandlung spricht, sollte man zunächst wissen, dass Milbe nicht gleich Milbe ist. In der Hühnerhaltung spielen mehrere Arten eine Rolle, die sich teilweise völlig unterschiedlich verhalten und deshalb auch an unterschiedlichen Stellen gesucht werden müssen.

Die wohl bekannteste ist die rote Vogelmilbe, Dermanyssus gallinae. Sie ist ein blutsaugender Parasit, der sich tagsüber meist im Hühnerstall versteckt und nachts auf die Hühner krabbelt.

Daneben gibt es die Nordische Vogelmilbe, Ornithonyssus sylviarum, die ebenfalls Blut saugt, ihren Lebenszyklus jedoch deutlich stärker direkt auf dem Tier verbringt. Sie findet man deshalb häufig im Gefieder, besonders im Bereich rund um die Kloake.

Und dann gibt es noch die Kalkbeinmilbe. Sie verursacht ein vollkommen anderes Bild, weil sie sich unter die Beinschuppen des Huhns gräbt. Mit der Zeit können sich die Schuppen aufstellen, die Beine verdicken und krustig werden.

Schon allein daran sieht man, warum ich wenig von pauschalen Aussagen wie Bei Milben musst du einfach dieses Pulver nehmen halte. Wenn ich nicht weiß, welche Milbe ich überhaupt vor mir habe, weiß ich auch nicht, wo das eigentliche Problem sitzt.

Die rote Vogelmilbe findest du häufig nicht auf dem Huhn

Bei der roten Vogelmilbe ist der Stall mindestens genauso wichtig wie das Tier selbst, denn genau dort verbringt sie einen großen Teil ihres Lebens.

Tagsüber sucht sie sich dunkle, enge und möglichst ungestörte Stellen, wobei Sitzstangen und deren Befestigungen besonders beliebt sind. Auch hinter Legenestern, unter Kotbrettern, zwischen Holzverbindungen, in Schraublöchern oder unter kleinen Kanten können sich die Tiere verstecken.

Deshalb ist ein Stall mit sehr vielen Ritzen für mich inzwischen nicht mehr automatisch besonders rustikal und gemütlich.

Für Milben ist er möglicherweise einfach nur Immobilienbesitz.

Gerade bei Holzställen sollte man deshalb die Übergänge und Verbindungen regelmäßig kontrollieren, weil dort winzige Zwischenräume entstehen, in die man beim normalen Stallputzen kaum hineinkommt.

Wenn ich einen neuen Stall planen würde, wäre mir heute deshalb deutlich wichtiger als früher, dass Sitzstangen herausnehmbar sind, Legenester gut zugänglich bleiben und möglichst wenige komplizierte Konstruktionen vorhanden sind, die man später weder kontrollieren noch reinigen kann.

Warum du nachts nach Milben suchen solltest

Wenn ich wirklich wissen möchte, ob im Stall rote Vogelmilben unterwegs sind, gehe ich nicht nur tagsüber auf die Suche.

Ich warte, bis es dunkel ist und die Hühner schon eine Weile auf ihren Schlafplätzen sitzen. Dann nehme ich eine Taschenlampe und kontrolliere vor allem die Sitzstangen, ihre Befestigungen und die unmittelbaren Wege zwischen den Verstecken und den Hühnern.

Bei einem stärkeren Befall kann man die Milben teilweise direkt sehen, wenn sie nachts zu den Tieren wandern.

Ungefütterte rote Vogelmilben sind sehr klein und wirken eher grau bis dunkel. Nach einer Blutmahlzeit werden sie deutlich rötlicher, weshalb der Name etwas irreführend sein kann, wenn man bei der ersten Kontrolle ausschließlich nach leuchtend roten Punkten sucht.

Wenn du also irgendwann nachts mit Taschenlampe und Küchenpapier im Hühnerstall stehst und millimetergroße Vampire suchst, brauchst du dich nicht zu wundern.

Das ist ungefähr der Moment, in dem man endgültig akzeptiert hat, dass Hühnerhaltung einen in ausgesprochen merkwürdige Situationen bringt.

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Der weiße Tuch Test kann einen Befall sichtbar machen

Eine sehr einfache Möglichkeit zur Kontrolle ist weißes Küchenpapier oder ein helles Tuch.

Damit kann man beispielsweise über die Unterseite einer Sitzstange, durch eine Ritze oder entlang einer verdächtigen Verbindung fahren. Befinden sich dort Milben, können kleine dunkle oder rötliche Punkte auf dem Papier sichtbar werden.

Bei vollgesogenen Milben können beim Zerdrücken außerdem kleine Blutspuren entstehen.

Zusätzlich kann man einfache Milbenfallen an strategisch günstigen Stellen einsetzen, beispielsweise in der Nähe der Sitzstangen. Solche Fallen dienen nicht primär dazu, einen kompletten Befall zu beseitigen, sondern helfen dabei, überhaupt frühzeitig festzustellen, dass Milben vorhanden sind.

Und genau das ist für mich der wichtigste Teil der Vorbeugung.

Ich möchte einen Befall entdecken, solange er noch klein ist und nicht erst dann, wenn die Hühner bereits blass auf der Stange sitzen.

Warum Milben im Sommer so schnell zum Problem werden

Gerade während warmer Perioden können sich rote Vogelmilben extrem schnell vermehren.

Unter günstigen Bedingungen kann der komplette Entwicklungszyklus innerhalb von ungefähr einer Woche abgeschlossen sein. Aus wenigen Milben können deshalb innerhalb relativ kurzer Zeit sehr viele werden, weshalb sich ein anfangs kleiner Befall schnell zu einem größeren Problem entwickeln kann.

Das erklärt auch, warum man manchmal wochenlang überhaupt nichts bemerkt und plötzlich das Gefühl hat, der komplette Stall sei voll.

Die Population ist nicht über Nacht aus dem Nichts entstanden.

Sie ist nur irgendwann groß genug geworden, dass wir sie endlich wahrnehmen.

Deshalb kontrolliere ich während der warmen Monate häufiger als im Winter und schaue besonders dann genauer hin, wenn die Hühner plötzlich unruhiger wirken oder ihre Legeleistung ohne offensichtlichen Grund zurückgeht.

Welche Symptome können Milben bei Hühnern verursachen?

Ein leichter Befall muss zunächst überhaupt keine dramatischen Symptome verursachen. Manche Hühner wirken lediglich unruhiger, schlafen schlechter oder putzen sich häufiger.

Je größer die Milbenpopulation wird, desto stärker kann allerdings der Blutverlust werden.

Da rote Vogelmilben und Nordische Vogelmilben Blut saugen, können stark befallene Hühner mit der Zeit eine Blutarmut entwickeln. Besonders auffällig kann ein ungewöhnlich blasser Kamm sein, weil ein gesunder Kamm normalerweise gut durchblutet und entsprechend kräftig gefärbt ist.

Zusätzlich können betroffene Tiere schwächer wirken, an Gewicht verlieren oder weniger Eier legen. Auch eine zunehmende Unruhe im Stall kann auffallen, weil die Hühner nachts immer wieder von den Parasiten gestört werden.

Bei sehr starkem Befall können insbesondere junge oder ohnehin geschwächte Tiere ernsthaft gefährdet sein.

Deshalb ist ein massiver Milbenbefall für mich kein kleines Hautproblem, das man irgendwann bei Gelegenheit behandelt.

Wenn ein Huhn bereits deutlich blass, schwach oder apathisch wirkt, ist der Zeitpunkt für gemütliches Beobachten vorbei.

Auch die Eier können Hinweise liefern

Manchmal verraten nicht nur die Hühner, sondern sogar die Eier, dass im Stall etwas nicht stimmt.

Bei stärkerem Milbenbefall können auf den Eierschalen kleine Blutpunkte oder dunkle Spuren auftreten. Auch wenn sich plötzlich kleine krabbelnde Punkte auf Nestmaterial oder Eiern finden, würde ich den Stall genauer kontrollieren.

Natürlich bedeutet ein einzelner roter Punkt auf einem Ei nicht automatisch, dass man einen massiven Milbenbefall hat. Blutspuren können auch andere Ursachen haben, beispielsweise kleine Verletzungen rund um die Kloake.

Aber wenn gleichzeitig Hühner blasser wirken, nachts unruhig sind und sich dunkle Punkte an Sitzstangen finden, ergibt sich langsam ein ziemlich eindeutiges Gesamtbild.

Bei Hühnern ist es ohnehin selten ein einziges Symptom, das einem die komplette Antwort liefert.

Meistens muss man mehrere kleine Hinweise zusammensetzen. https://images.openai.com/static-rsc-4/SzPpMDfgr1YWZnsb0tzPYYG9v4ZRy6QkyfcRGuBRi0LO5IyUYc-E3NxCUOwW6MkdUPNpQoKQqdDQEt2iKl0ZUt4lcsZpjY2aRJ0_nJ3sbM-t2OeqaLXV8rddmAt4GuKsbG8SuXGIV8JyE-SmxxrNbFIkOpj_ceNNvp8ZjaSZkcqkfrAhCQP0HL5X_M2nv65p?purpose=fullsize

Die Nordische Vogelmilbe suchst du direkt am Huhn

Wenn du auch tagsüber viele Milben direkt im Gefieder findest, könnte eine andere Art dahinterstecken.

Die Nordische Vogelmilbe verbringt deutlich mehr Zeit auf dem Huhn und hält sich besonders gern rund um die Kloakenregion auf. Bei stärkerem Befall können die Federn dort dunkel, verklebt oder schmutzig wirken, weil sich Ausscheidungen, Hautmaterial und Milben in diesem Bereich ansammeln.

Deshalb gehört bei einer gründlichen Parasitenkontrolle immer auch ein Blick unter die Federn rund um die Kloake dazu.

Und dabei würde ich mehrere Tiere untersuchen.

Nicht jedes Huhn ist zwangsläufig gleich stark betroffen, weshalb eine einzige kontrollierte Henne keine Aussage über den gesamten Bestand erlaubt.

Natürlich erwischt man für solche Untersuchungen grundsätzlich genau die Hühner am einfachsten, die sowieso auf den Schoß kommen.

Leider interessiert die Parasitenbekämpfung nicht, welche Henne am kooperativsten ist.

Kalkbeinmilben erkennst du an den Beinen

Kalkbeinmilben verursachen wiederum ein ganz anderes Erscheinungsbild.

Sie leben unter den Schuppen der Beine und können dort Entzündungsreaktionen auslösen. Typischerweise beginnen die Schuppen irgendwann abzustehen, während die Beine zunehmend verdickt, uneben und verkrustet wirken.

In frühen Stadien kann das relativ unscheinbar aussehen, weshalb Veränderungen gern lange als etwas normale raue Beine abgetan werden.

Bei fortgeschrittenem Befall können die Veränderungen jedoch schmerzhaft werden und sogar zu Problemen beim Laufen führen.

Deshalb schaue ich mir bei meinen Hühnern nicht nur Gefieder und Kamm an, sondern immer wieder auch Füße und Beine.

Man sieht seine Tiere schließlich jeden Tag, wodurch kleine Veränderungen leicht untergehen können, weil sie sich schleichend entwickeln.

Ein Foto von gesunden Beinen kann übrigens erstaunlich hilfreich sein, wenn man Monate später vergleichen möchte.

Milbenbekämpfung bedeutet bei der roten Vogelmilbe vor allem Stallbekämpfung

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, nur das Huhn zu behandeln.

Bei der roten Vogelmilbe löst das das eigentliche Problem oft nicht, weil ein großer Teil der Population tagsüber im Stall sitzt.

Wenn ein Befall festgestellt wurde, würde ich deshalb die Einstreu vollständig entfernen und alles aus dem Stall nehmen, was sich herausnehmen lässt. Sitzstangen, Kotbretter und bewegliche Legenester sollten gründlich gereinigt werden, während Kot, Staub und anderes organisches Material entfernt werden müssen.

Erst dann kommt man vernünftig an die Ritzen und Übergänge heran, in denen die Milben sitzen.

Gerade die mechanische Reinigung wird gern unterschätzt, weil man natürlich lieber irgendein Mittel aufsprühen möchte und anschließend das Gefühl hat, das Problem erledigt zu haben.

Wenn aber unter einer dicken Schicht Schmutz oder Kot weiterhin geschützte Milbenverstecke bestehen, erreicht man mit vielen Maßnahmen nur einen Teil der Population.

家禽的红螨之战-北斗农科

Warum eine einzige Behandlung oft nicht reicht

Ein Milbenbefall hat die ausgesprochen unangenehme Eigenschaft, dass man ihn nicht unbedingt nach einer einzigen gründlichen Reinigung los ist.

Die Entwicklungsstadien der Parasiten können zeitversetzt nachkommen, weshalb eine Nachkontrolle unbedingt dazugehört. Je nach verwendeter Methode oder zugelassenem Präparat können deshalb Wiederholungsbehandlungen notwendig sein.

Das bedeutet praktisch, dass ich nach der ersten Behandlung nicht einfach davon ausgehe, dass alles erledigt ist, sondern einige Tage später wieder kontrolliere.

Und dann noch einmal.

Denn die rote Vogelmilbe ist leider keine Tierart, die nach einer höflichen Aufforderung den Stall verlässt.

Auch ein leerer Stall löst das Problem nicht zwingend sofort, weil die Parasiten relativ lange ohne Blutmahlzeit überleben können.

Wer also glaubt, man müsse den Stall nur ein paar Tage unbewohnt lassen, kann beim erneuten Einzug der Hühner eine unangenehme Überraschung erleben.

Was ist mit Kieselgur?

Kieselgur wird in der Hühnerhaltung sehr häufig gegen Milben eingesetzt, weil die feinen mineralischen Partikel die schützende Oberfläche der Parasiten beeinträchtigen können, wodurch sie stärker austrocknen.

Das kann als Bestandteil eines Bekämpfungs beziehungsweise Vorbeugungskonzepts sinnvoll sein, bedeutet aber nicht, dass mehr automatisch besser ist.

Kieselgur ist ein sehr feiner Staub, und den möchte weder ich noch mein Huhn in großen Mengen einatmen.

Bei der Anwendung sollte deshalb Staubbildung möglichst reduziert werden, und auch Atemschutz für den Menschen ist bei stark staubenden Produkten sinnvoll. Ich persönlich würde niemals den kompletten Stall und sämtliche Hühner so einstäuben, dass anschließend alles aussieht, als hätte irgendwo ein Mehlsack explodiert.

Natürlich bedeutet eben nicht automatisch harmlos.

Das gilt übrigens für erstaunlich viele Dinge in der Tierhaltung.

Nicht jedes Hausmittel gehört auf ein Huhn

Im Internet findet man bei Milben gefühlt alles.

Öle, Essig, Kräuter, Asche, verschiedenste Pulver und gelegentlich Ideen, bei denen ich mich frage, ob das Huhn am Ende mehr unter der Behandlung leidet als unter der Milbe.

Bei einem leichten Befall kann man unterstützende Maßnahmen einsetzen, aber bei einer starken Parasitenbelastung sollte man sich nicht ausschließlich auf irgendwelche Küchenlösungen verlassen.

Wichtig ist außerdem, dass Hühner lebensmittelliefernde Tiere sind. Mittel, die bei Hund oder Katze verwendet werden, dürfen nicht automatisch einfach auf ein Huhn übertragen werden, weil Wirkstoffe, Zulassung und mögliche Rückstände in Eiern berücksichtigt werden müssen.

Wenn ein starker Befall besteht oder die Tiere bereits blass und geschwächt wirken, würde ich deshalb tierärztliche Hilfe hinzunehmen und gezielt nach einem für Hühner beziehungsweise Legehennen geeigneten Mittel fragen.

Der Wunsch, alles möglichst natürlich zu behandeln, ist nachvollziehbar.

Das Huhn sollte trotzdem nicht darunter leiden, dass wir unbedingt beweisen möchten, es ohne wirksame Medikamente schaffen zu können.

Wie kommen Milben überhaupt in einen sauberen Stall?

Ein Milbenbefall bedeutet nicht automatisch, dass jemand seinen Stall schlecht sauber hält.

Die Parasiten können über neue Hühner eingeschleppt werden, aber auch Transportkisten, gebrauchte Stalleinrichtung oder andere Tiere können eine Rolle spielen. Wildvögel können ebenfalls Parasiten in die Nähe des Hühnerbestandes bringen.

Wer Hühner im Freilauf hält, wird den Garten deshalb niemals vollständig von allem abschotten können.

Das wäre wahrscheinlich auch ein ziemlich trauriger Garten.

Trotzdem kann man einige Risiken reduzieren, indem neue Tiere gründlich kontrolliert werden, gebrauchte Gegenstände nicht ungeprüft in den Stall wandern und Transportkisten regelmäßig gereinigt werden.

Auch Futterstellen würde ich so gestalten, dass Wildvögel nicht permanent mitten im Hühnerstall fressen.

Perfekte Sicherheit gibt es nicht.

Frühes Erkennen macht aber einen gewaltigen Unterschied.

Der Stall selbst kann dir später viel Arbeit ersparen

Seit ich mich intensiver mit Parasiten beschäftige, sehe ich Hühnerställe tatsächlich mit anderen Augen.

Ein hübscher Stall mit vielen kleinen Holzleisten, Verzierungen und komplizierten Ecken kann wunderbar aussehen, bis man versucht, einen Milbenbefall darin zu bekämpfen.

Für die Hühnerhaltung sind glatte, gut zugängliche Oberflächen deshalb unglaublich praktisch. Herausnehmbare Sitzstangen und Legenester lassen sich leichter kontrollieren und reinigen, während unnötige Ritzen möglichst vermieden oder verschlossen werden sollten.

Vor allem die Befestigungen der Sitzstangen verdienen Aufmerksamkeit, weil die Milben dort besonders nah an ihren nächtlichen Blutspendern sitzen.

Wenn ich Stallbau und Stallpflege heute mit einem Satz zusammenfassen müsste, wäre es wahrscheinlich:

Baue so, dass du später überall hinkommst.

Man wird sich irgendwann selbst dafür danken.

Können rote Vogelmilben auch Menschen beißen?

Ja, rote Vogelmilben können auch auf Menschen gelangen und dort Hautreizungen beziehungsweise juckende Stellen verursachen.

Dauerhaft auf uns leben und sich vermehren können sie allerdings nicht in gleicher Weise wie bei ihren eigentlichen Wirten.

Wenn nach der Stallarbeit plötzlich regelmäßig kleine Tiere auf Armen oder Kleidung krabbeln oder man wiederholt juckende Hautstellen bemerkt, würde ich das trotzdem ernst nehmen und den Stall sehr gründlich kontrollieren.

Spätestens wenn die Milben anfangen, die menschlichen Bewohner des Hofes in ihre Abendplanung einzubeziehen, ist die Population vermutlich nicht mehr ganz klein.

Was ich zur Vorbeugung tatsächlich sinnvoll finde

Ich glaube nicht an den einen Trick, mit dem man garantiert für immer einen milbenfreien Stall bekommt.

Was wesentlich sinnvoller ist, ist eine Kombination aus regelmäßigem Kontrollieren, guter Stallhygiene und einer Konstruktion, die überhaupt vernünftig gereinigt werden kann.

Während der warmen Monate würde ich regelmäßig die Sitzstangenbefestigungen überprüfen, gelegentlich nachts mit einer Taschenlampe kontrollieren und immer wieder mehrere Hühner rund um die Kloake untersuchen.

Auch die Beine gehören regelmäßig angeschaut, damit Kalkbeinmilben nicht erst dann auffallen, wenn die Beinschuppen schon massiv verändert sind.

Dafür braucht man keine tägliche zweistündige Gesundheitskontrolle.

Wenn man seine Hühner sowieso jeden Tag sieht, lassen sich viele dieser Dinge nebenbei überprüfen.

Wichtig ist nur, dass man weiß, wonach man eigentlich sucht.

Nicht jeder Federverlust und jedes blasse Huhn hat Milben

Zum Schluss finde ich genau diese Unterscheidung besonders wichtig, weil viele Symptome mehrere Ursachen haben können.

Federverlust kann durch Mauser, Federpicken, Parasiten oder Hautprobleme entstehen. Eine sinkende Legeleistung kann mit Jahreszeit, Alter, Fütterung, Hitze oder Erkrankungen zusammenhängen, während ein blasser Kamm zwar bei Blutverlust durch Milben auftreten kann, aber ebenfalls andere Ursachen haben kann.

Auch Federlinge können mit Milben verwechselt werden, obwohl es sich dabei um andere Parasiten handelt.

Deshalb behandle ich nicht einfach irgendein Symptom, sondern versuche zuerst herauszufinden, was tatsächlich dahintersteckt.

Genau darum geht es auch in meinem Buch Hühnerkrankheiten von A bis Z, in dem ich typische Symptome, Erkrankungen und gesundheitliche Probleme bei Hühnern ausführlicher einordne und erkläre, worauf man beim eigenen Tier achten sollte.

Denn die wichtigste Fähigkeit bei der Hühnerhaltung ist für mich inzwischen nicht, möglichst viele Krankheiten auswendig zu kennen.

Viel wichtiger ist, kleine Veränderungen früh wahrzunehmen und zu wissen, wo man genauer hinschauen muss.

Bei der roten Vogelmilbe bedeutet das eben manchmal, dass man nicht unter das Huhn schaut, sondern nachts unter seine Sitzstange.

Und dort möchte man die kleine Party möglichst entdecken, bevor daraus ein Festival geworden ist.